Wer steckt hinter #vergebtuns?

Zuerst einmal: Du. Oder du nicht. Das musst du selbst für dich entscheiden.

Hinter der Idee #vergebtuns steht keine Organisation. Es beginnt als Privatinitiative und so soll es bleiben. Ob du es auch zu deiner persönlichen Initiative machst, liegt an dir. Es gibt keine Steuerung. Wer mitmacht ist dabei. Jede*r übernimmt Verantwortung für sein eigenes Handeln.

#vergebtuns hat kein Budget (und will auch keines haben). Wer damit Geld verdient oder ein anderes Ziel verfolgt als das, zukünftige Generationen um Vergebung für das Handeln der aktuell lebenden Menschheit zu bitten, handelt nicht im Sinne der ursprünglichen Idee.

Im Mai 2019 habe ich, Sebastian Schmid, diese Seite veröffentlicht und damit mein persönliches Statement gesetzt. Es war mich irgendwie wichtig, es noch vor der Erstkommunion meines jüngsten Kindes zu tun.
Als Christ sehe ich #vergebtuns als Akt des Mitgefühls. Vergebung und Versöhnung haben für mich eine wichtige religiöse Dimension. Das Gebet Jesu für jene, die ihn töteten („Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“) wiegt für mich besonders schwer. Denn unsere Generation weiß, was sie tut, wenn wir den Klimawandel und das Artensterben nicht bekämpfen. Ich bitte trotzdem um Vergebung. Nicht um um Verständnis. Verstehen kann ich es selbst nicht.
(Trotz dieses religiösen Aspekts fühlte ich mich vollkommen missverstanden, wenn #vergebtuns einer bestimmten Religion zugeordnet werden würde. Keine Religion kann Anspruch erheben, Mitgefühl, Vergebung und die Übernahme von Verantwortung in besonderem Maße zu „besitzen“. Nur ich persönlich kann meine persönliche Spiritualität nicht von der Idee trennen.)
#vergebtuns ist für mich der – nicht symbolische! – Akt, Verantwortung für mein persönliches Handeln einerseits aber auch für das meiner Generation (Jahrgang 1973) und meiner Zeit (heute: 2019) zu übernehmen. Ich verbinde es mit der Hoffnung um Frieden und Versöhnung. Ich möchte den zukünftigen Generationen eine Brücke bauen, die sie über ihren Groll, ihr Unverständnis und ihre Wut, die sie zweifellos für uns empfinden werden, hinweg tragen kann. Ich will ihnen helfen, ihren Frieden mit den eigenen Vorfahren finden zu können. Es wird für sie schwerer sein, als für uns. Aber auch mir ist es mit #vergebtuns ein Stück weit gelungen, meine Trauer und Wut zu kanalisieren. Ich fühle mich auf eine gewisse Art erleichtert.
Als Playing Artist versuche ich immer wieder die Dimensionen Kunst, Spiel und Spiritualität miteinander zu verknüpfen. Meine Projekte, Spiele, Aktionen will ich nicht besitzen, sondern andere zum Mitspielen und Mitmachen animieren. Einige meiner Spiele sind auf meinem Blog zu sehen: www.sebastiants.de. Ich hatte die Idee zu #vergebtuns, und habe auf meine Art und in meinem Stil einfach damit angefangen. Ich wünsche mir, dass andere den Faden aufnehmen und auf andere Art mit anderem Stil ihre eigene Ideen damit verbinden und ihr eigenes Ding machen. Und sei es nur hier und da den Hashtag zu setzen.

Soweit zu meinem Hintergrund. Den Rest überlasse ich nun zuerst einmal dir und euch.

Werbeanzeigen